Es ist eine fiese Falle, in die wir, die bevorzugt mit dem Fahrrad unterwegs sind, bei verkehrspolitischen Diskussionen tappen können: die aufgezwungene Moralkeule. Es wird uns unterstellt, wir würden uns als bessere Menschen betrachten und alle Autofahrer als Geißel der Menschheit. Unser Anspruch wäre es, umweht vom Duft der Tugend, mit jedem Tritt in die Pedale das Klima retten. Auf der Fahrt zur Arbeitsstelle bergen wir dann noch nebenbei kleine Vögel aus brennenden Nestern. Wer Fahrrad fährt, so die Moralkeulen-Falle, sieht sich selbst moralisch überlegen – und muss dann in allen Fragen des Lebens die Mutter Theresa und den Ghandi machen. Wer sich diesem Maßstab verweigert, hat dann auch kein Recht auf eine gute Infrastruktur.
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