Rettet das Bonanzarad !

Bonanzarad
Es ist Liebe: Das Bonanzarad.

Born to be Wild! Was waren das für wunderbare Zeiten, in den 70ern, als das Bonanzarad die Hinterhöfe eroberten. Die Kennzeichen: Bananensattel, Überrollbügel und ein klobiger Schalthebel zwischen den Beinen. Für den richtigen Sound sorgte ein mit Wäscheklammern befestigter Bierdeckel, der in den Speichen knatterte. Die Anführer der Radposer-Gangs waren am Fuchsschwanz und den Nabenputzringen erkennen.

Bonanza = Abenteuer

Das Bonanzarad war der Einstieg in das Abenteuer: Nachdem die Gang im eigenen Hof alle Blicke von den Balkonen auf sich gezogen hatte, ging es auf Tour durch die Nachbarschaft oder Paradies aller Schrauber und Tuner – dem Schrottplatz. Dort wurden weitere Fahrrad- und Motorrad-Bauteile ausgegraben und anmontiert. Aufgemotzt mit Lampen, Spiegeln und Wimpeln mutierte der Bonanza-Biker zum Easy Rider. Der Boom hielt allerdings nicht lange an, denn in den 80ern wurde der kultige Cruiser durch das BMX-Fahrrad verdrängt.

Rettet das Bonanza-Rad

Die Auferstehung des Bonanzarads ist in Deutschland einem gewissen Christoph Dieckmann alias Crazy D zu verdanken, der hier seine Website betreibt: Bonanaza Crazy D. Er hatte Ende der 90er-Jahre Rahmen und andere Bauteile ausfindig gemacht, die nach dem Bonanza-Boom im Lager des Herstellers Kynast verstaubten, und damit seinen eigene Fahrradproduktion gestartet. Nun gehen aber die Bauteile zur Neige. Crazy D hat ein Nachschub-Problem und über seinen Ponderosa-Bike-Store ziehen dunkle Wolken auf. Es stellt sich die Frage, wer die Produktion weiter betreibt. Deshalb sendet die Radkolumne einen flammender Aufruf an die Szene, an Liebhaber, Rahmenbauer und die Fahrradindustrie: Rettet das Bonanzarad! Rettet das Abenteuer!

Zeit wird es, das Bonanzarad endlich zum Weltkulturerbe zu erheben, also auf eine Stufe mit dem Tango Argentino und der Akropolis zu stellen. Sie halten das für übertrieben? Dann denken Sie daran, was das Bonanzarad seinen Fahrerinnen und Fahrern schenkt: ewige Jugend!

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