Fahrrad & Krisenzeit

Marc Aurel
Hat die Ruhe weg: Marc Aurel.

Die Welt ist in der Corona-Krise. Aber jetzt bloß keine Panik! Wenn es um Krisen geht, sind Stoiker bessere Ratgeber als Paniker. Der römische Chef-Stoiker (und Kaiser) Marc Aurel propagierte die „unerschütterliche Ruhe gegenüber denjenigen Ereignissen, die eine äußere Ursache haben“. Ein guter Ansatz. Was nun in aller Ruhe tun, um die Pandemie zu stoppen? Jetzt ist das hier die Radkolumne und nicht das Robert-Koch-Institut. Deswegen heißt die Frage: Wie sollte die Mobilität in der Corona-Zeit aussehen?

Fahrten einschränken

Für alle, die nicht als Ärztin, Krankenpfleger, Verkäufer, Apotheker oder einem anderen systemrelevanten Beruf arbeiten: Das Sofa ist jetzt der beste Aufenthaltsort.

Krankenhäuser entlasten

Das Auto ist trotz des unbestrittenen Komforts ein problembehaftetes, weil unfallträchtiges Verkehrsmittel. Das Auto füllt die Krankenhäuser mit Patienten. Was jetzt das Bundesverkehrsministerium tun sollte, um das medizinische Personal zu entlasten:

  • Tempolimits: 30 innerorts, 70 außerorts, 100 auf der Autobahn.
  • Sperrung der urbanen Auto-Balzplätze.
  • Wiedereinführung des autofreien Sonntags.
  • Stufenführerschein wie beim Motorrad. Kein Fahranfänger braucht ein Auto mit mehr als 100 PS.
  • Konsequente Fahrverbote für Raser, Drängler, Handyspieler und andere Autofahrer, die es nicht können.
  • Herabsetzung der Alkoholgrenze auf 0,0 Promille und Anordnung der MPU ab 0,0 Promille.

Rad statt ÖPNV

Der ÖPNV verhindert zwar Verkehrsunfälle, aber durch die Ansteckungsgefahr ist das Rad jetzt das bessere Verkehrsmittel. Maßnahmen zur Förderung des Radverkehrs wären:

  • Umwidmung von Straßen in autofreie Fahrradstraßen.
  • Umwidmung von Fahrspuren zu sicheren Fahrradspuren.
  • Offenhalten von Fahrradgeschäften und -Werkstätten.
  • Ausweitung von Fahrrad-Leihsystemen.

Lastenrad statt Lieferwagen

Auch diese Maßnahmen dienen der Verkehrssicherheit:

  • Die Förderung der Anschaffung von Lastenrädern für Lieferdienste.
  • Die Ausweisung von schnellen und breiten Radwegen für Lieferdienste.

Fazit: Das Fahrrad ist das zuverlässigste Verkehrsmittel in der Krise. Es ist wartungsarm. Von E-Bikes abgesehen, verschlingt es auch keine Energie. Um im Gegensatz zum Autoverkehr benötigt der Radverkehr weniger Kontrolle durch die Polizei. Das Betriebsrisiko des Fahrrads ist im Vegleich zum Auto viel geringer. Oder weniger vornehm ausgedrückt: Ein Idiot am Lenker richtet weniger Schaden an als ein Idiot am Steuer.

4 Gedanken zu „Fahrrad & Krisenzeit

  1. Moin und Gesundheit für alle!
    Danke für diesen Artikel Kolumnenchef! Bin heute tatsächlich mit dem Rad zur Arbeit im Fahrradladen gefahren. Die Anzahl der Kunden -bei maximaler Umsetzung der Corona-Sicherheitsregeln- beweist die Systemrelevanz von Mobilitätsläden für den jetzt verordneten sozialen Individualverkehr! Nur das Fahrrad leistet diese Art der Fortbewegung ohne sich zu nahe zu kommen (vom zu Fuß gehen mal abgesehen, wobei man da schneller mal stehen bleibt, um zu reden)! Im Auto, sinnvoll natürlich mit mehreren Menschen besetzt ist 1,50 m Abstand noch schwerer umzusetzen, als im ÖPNV 😉
    Stoisch dem Virus verbieten, mich krank zu machen gebietet der gesunde Menschenverstand (da helfen neben dem Radfahren auch die Vibes der Musik)
    In diesem Sinne: bleibt gesund!
    Gruß Bernd

    1. Hallo Bernd G.
      In Bayern sind die Fahrradläden per Verordnung zu, nur die Werkstätten dürfen offen haben. Wie ist das in Hessen? Dürft ihr weiterhin auf haben?
      Grüße,
      Bernd S.

      1. Die Regelung ist wie in Bayern. Der Chef bemüht sich um strikte Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz der Mitarbeiter und Werkstattkunden und informiert sich und uns über die aktuellen gesetzlichen Regelungen. Es ist halt viel umständlicher , aber wenn’s hilft…

      2. In Bayern gilt:
        Fahrradwerkstätten dürfen öffnen, weil sie nötig sind, um die Mobilität aufrecht zu erhalten.. Reparaturen und der Verkauf von Ersatzteilen sind erlaubt, nicht aber der Verkauf neuer Fahrzeuge. Quelle: Süddeutsche vom 20. März 2020.

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