Radbahn Berlin

Radweg unter der Hochtrasse der U-Bahn
Berlin: Radbahn unter der U1.

Wer schnuckelige Vorgärtchen bevorzugt, mag in Villingen-Schwenningen wohnen. Berlin ist ein Chaos und das ist gut so. Wozu das Berliner Chaos gut ist? Um neue Ideen zu schöpfen, wie die Radbahn.

Die Berliner Radbahn

Eine aus dem Berliner Chaos geborene Idee ist die Radbahn. Das Prinzip: Oben fährt die U-Bahn (im Bild die aufgeständerte U1 in der Skalitzer Straße), darunter surren die Radfahrerinnen und Radfahrer. Die Radbahn umsetzen möchte der Berliner Verein paper planes, und zwar auf immerhin 9 km Länge, vom Bahnhof Zoo in Charlottenburg-Wilmersdorf bis zur Oberbaumbrücke im Herzen von Friedrichshain-Kreuzberg. Die Strecke verläuft dabei teilweise unter der U1, teilweise daneben. Wo sie unter der Hochbahn geführt wird, ist eine Art „Fahrrad-Promenade“ geplant, mit Cafe-Theke an der Seite und Ladestationen für E-Bikes und Scooter.

Die Berliner Fahrrad-Promenade

Fahrrad-Promenade? Das Radschnellweg-Symbol, das die Radkolumne oben auf das Bild montiert hat, passt dann also nicht so ganz. Außerdem ist der Platz zwischen den Pfeilern der Hochbahn für einen ordentlichen Radschnellweg zu schmal. Ordentlich hieße: Im Zweirichtungsverkehr 4 Meter Breite und eine Mittelmarkierung. Wenn aber kein Radschnellweg unter der U-Bahn möglich ist, wo dann?

Platz für den Radschnellweg

Wo so soll der Radschnellverkehr fließen, wo die Lastenräder der Kuriere und Handwerkerinnen düsen? Wo ist die Spur für Velomobile? Dazu genügt ein Blick auf den Querschnitt der Skalitzer Straße. Breit genug für alle Verkehrsmittel ist diese Magistrale nämlich allemal. Das Problem liegt, wie so oft in Berlin, nicht an der Breite der Straße, sondern an der Platz-Zuteilung:

Querschnitt der Skalitzer Straße.

Links von der Hochbahn sind zwei Fahrstreifen und viel Platz für Schrägparker. Rechts von der Hochbahn auch. Dieser Querschnitt sollte neu aufgeteilt werden. Die linke Seite für einen neuen Radschnellweg, die Mitte für Fahrradpromenade und die rechte Seite für den Autoverkehr. Dabei würde als Nebeneffekt auch die Hälfte der Parkplätze wegfallen. Ein großer Wurf und ein Fortschritt für ein autofreies Berlin. 🙂
Die Neuaufteilung vom Straßenraum würde den nervigen Teil des Berliner Chaos reduzieren, die Rede ist vom Autochaos. Die Autoflut ist nicht nur eine Zumutung für die Skalitzer Straße, sondern für ganz Berlin. Dieser Überzeugung sind jedenfalls die Initiatorinnen und Initiatoren des Volksentscheids Berlin autofrei.

Das Berliner Autochaos reduzieren

Berlin: Autochaos am Herrmannplatz.

Nicht jedes Chaos ist für irgendwas gut. Das Berliner Autochaos stresst einfach nur in der Gegend herum. Es wird gehupt und geflucht, gerast und gerammt, wozu soll das gut sein? Für die Hersteller von Beruhigungspillen, okay. Aber wozu sonst? Autos gehören nicht in die Mitte einer Stadt, sondern in Parktürme in der Peripherie.

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