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Für mehr Rasengleise!

Rasengleis
Rasen statt Rasen. An der Frankfurter Messe.

Mit dem Fahrrad alleine ist die Verkehrswende nicht zu stemmen, denn schließlich soll ja niemand auf zwei Räder gezwungen werden. Besser ist eine Auswahl autofreier Möglichkeiten, um von A nach B zu gelangen. Das wären: Fußverkehr, Radverkehr und ÖPNV, also Bus und Bahn. Dabei ist die Bahn besser als der Bus – wenn sie auf dem Rasengleis fährt.

Mit dem Rad in die Schienen

So richtig entspannt ist das Verhältnis zwischen Radfahrern und der Straßenbahn nicht, und daran sind die Gleise schuld. Beim Überkreuzen sind sie nämlich eine Sturzgefahr, insbesondere für Rennräder und bei Regen. Zu beobachten ist das, wenn Radfahrer aus einer Stadt ohne Straßenbahn in eine Stadt mit Straßenbahn umziehen. Die zerlegt es dann vorzugsweise da, wo die Straßenbahn eine Kurve hinlegt. Keine schöne Angelegenheit.

Die Bahn ist berechenbar

Das Gute an der Bahn ist die Berechenbarkeit. Als Radfahrer sehe ich die Gleise und kann einschätzen, mit welchem Abstand ich überholt werde. Beim Bus habe ich das nicht, da bin ich dem Fahrer ausgeliefert. Busfahrer A hält sich an die StVO und überholt mich mit 1,5 Meter Abstand, bei Busfahrer B hab ich Pech gehabt? Auf dieses Spiel mit meiner körperlichen Unversehrheit verzichte ich gerne.
Und auch als ÖPNV-Fahrgast weiß ich ein Gleis zu schätzen, vor allem in fremden Städten. Anhand der Gleise kann ich mich ohne Navigationssystem orientieren. Old School, nämlich per Auge! 🙂 In Straßenbahn-Städten kann ich herumstromern, bis ich keine Lust mehr habe. Dann laufe ich den Gleisen nach und finde eine Haltestelle. U-Bahn und Buslinien bieten diese Möglichkeit nicht.

Glück auf dem Rasen

Jetzt aber zum eigentlichen Thema, dem Rasengleis. Ich mag es deshalb, weil es selbsterklärend ist. Busspuren werden häufig zugeparkt oder zum Vorbeifahren am Stau missbraucht. Und wenn rücksichslose Parker auf Gleisen stehen, kommt auch die Straßenbahn nicht weiter. Bei Rasengleisen ist das anders. Selbst der gröbste Autofahrer kommt nicht auf die Idee, dort zu parken oder gar zu fahren. Rasengleise erfordern keinen hohen Aufwand für Ordnungsämter und Polizei. Zudem dämpfen sie, und darüber freuen sich die Anwohnerinnen und Anwohner, die Fahrgeräusche der Straßenbahnen. Die ideale Hauptstraße in einer Stadt verfügt über ein Rasengleis für die Straßenbahn und breite Fuß- und Radwege, die zur Not auch von der Feuerwehr befahren werden kann.

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