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Ausrede 02: Die Omma

Ausrede02: Die Omma
Omma braucht Auto.

Teil zwei der großen Ausredenserie. Worum geht’s dabei? Um die Unmöglichkeit der Verkehrswende. Irgendwas ist ja immer. Gestern war die Waschmaschine schuld, heute ist es die Großmutter. Die Radkolumne wirft einen Blick auf die Omma, die stellvertretend für alle Ommas steht. Aber ist es legitim, alle Großmütter über einen Kamm zu scheren? Aber sicher! Wer sich mit Verkehrspolitik beschäftigt, findet es schnell heraus: Großmütter wohnen und leben alle gleich. Und sie stehen alle vor den selben Herausforderungen bei der Mobilität.

Wohnen und Leben im Alter

Die deutsche Großmutter wohnt wie ihre Altersgenossinen in Östereich und der Schweiz in einer Murmeltierzone 500 Meter oberhalb der Baumgrenze. Allerdings ohne Anschluss an den Postbus! Aufgrund ihrer Hüftprobleme muss sie täglich zur Bergdoktorpraxis auf der anderen Seite des Gipfels chauffiert werden – auch bei Hagel, Schneestürmen und Lawinenabgängen.

Klettersteige und Schmugglerpfade

Die Versorgung mit dem Nötigsten zum Leben stellt schon für die gesunde Großmutter eine echte Herausforderung dar. Der nächste Bäcker befindet sich im Tal und ist nur über Klettersteige und Schmugglerpfade erreichbar. Und wenn die Brötchen ausverkauft sind? Dann muss der beschwerliche Rückweg mit knurrendem Magen angetreten werden. Bei einem plötzlichen Wetterumschwung biwakiert die Großmutter in Schutzhütten.

Das Großelterntaxi

Die nächsten Angehörigen wohnen durchschnittlich 180 Kilometer (einfache Strecke) vom Einödhof entfernt. Sie sorgen in jeder freie Minute für die geliebte Großmutter, Hobbys und Freunde haben sie dafür aufgegeben. Sie planen die Fahrtrouten und organisieren die Facharztbesuche ebenso wie die täglichen Wocheneinkäufe. Auf einen bergtauglichen Offroader sind sie dafür angewiesen. Das typische Großelterntaxi ist mit Allradantrieb, Yetifänger und Lawinenwarnsystem ausgestattet. Das Anlegen von Schneeketten – für die Fahrerinnen und Fahrer eine Routinearbeit.

Die Omma im Ausreden-Check

8 von 10 Punkten. Die Omma steht rund um die Uhr und mit vollem Körpereinsatz für Verkehrswende-Kritiker zur Verfügung! Tipp: Erwähnen Sie in Diskussionen frühzeitig die frische Hüftoperation. So untermauern Sie glaubwürdig die Fahrrad-Untauglichkeit der älteren Generation und kippen der Pedelec-Priesterschaft elegant eine Galone Wasser in den Wein. Wer Ommas chauffiert ist unentbehrlich – für das Überleben der Großmütter und das Treffen der Generationen.

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