Im Stadtverkehr

Frankfurt. Verkehrsknoten Casella-Eck.
Im Stadtverkehr.

Für die meisten ist das keine große Sache: im Auto durch den Stadtverkehr. Für mich, der etwa ein Mal im Jahr am Steuer sitzt, ist so eine Tour eine echte Herausforderung. Und wahrscheinlich auch für die anderen Autofahrerinnen und Autofahrer. 😉 Mein Stadt-Abenteuer-Bericht:

Ziel der Reise

Heute habe ich mir mal ein Auto ausgeliehen. Zweck der Fahrt ist die Entsorgung von allerlei Gerümpel, Ziel der örtliche Wertstoffhof. Die Distanz beträgt einfach etwa vier Kilometer. Als Fahrzeug hab ich einen Kleinwagen von Flinkster gebucht. Als Gelegenheitsfahrer nehme ich immer nur kleine Autos … damit ich leichter in Parklücken komme und auch sonst nirgendwo hin dengel.

An der Leihstation

Los geht es an der Leihstation. Ich halte das Flinkster-Kärtchen an die Scheibe und das Schloss am Wagen geht auf. Denn lese ich die Gebrauchsanweisung: Aha, der Zündschlüssel ist ausgestorben, dafür gibt es jetzt einen Startknopf. Wie bei einem Staubsauger oder so. Ich drücke den magischen Knopf, das Auto springt an und ich fahre vom reservierten Carsharing-Parkplatz los. Ach ja, einen im Boden versenkten Poller hätte ich noch aufstellen müssen, damit sich da kein Kampfparker breit macht. Das hab ich aber in der Aufregung vergessen.

Durch die Gasse

Die Verleihstation liegt in einer Gasse ohne Gehsteig. Kaum fahr ich los, spüre ich schon meine Dominanz. Wer auf Schusters Rappen unterwegs ist, muss Platz machen. Das Fußvolk gehorcht mir anstandslos. Pärchen wechseln bereitwillig in den Gänsemarsch, damit ich passieren kann. Radler fahren an die Seite. Fazit: Ein Autofahrer alleine diktiert hier zwanzig anderen, wie sie sich zu bewegen haben. Mir ist die Situation unangenehm.

Im Verkehrsknoten

In der Gasse war ich noch der König, im Verkehrsknoten bin ich der letzte Depp. Ich weiß nämlich nicht, wo es lang geht, ich sehe nur noch ein Gewirr von Schildern und Fahrstreifen. Zum Glück hab ich das Auto für drei Stunden gebucht, denn ich verfahre mich im Knoten mehrmals. Aus der Distanz von vier Kilometern sind gefühlte vierzig geworden. Aber irgendwann erwische ich dann doch die richtigen Spuren und die Ausfahrt zur Bundesstraße, an der der Wertstoffhof liegt.

In der Wertstoff-Schlange

Vor dem Tor der Sammelstelle ist eine 50 Meter lange Autoschlange, die bis auf eine Bundesstraße reicht. Ich stelle mich hinten dazu und blockiere halb eine Kreuzung. Das war ein Fehler, und Müllwägen kommen mir bedrohlich nahe. Spaß macht das nicht. Das denkt sich auch ein Honk, der an der Schlange vorbei zieht und sich dreist vor den Entladecontainern wieder rein quetscht. Er erntet böse Blicke der anderen Autofahrer, ansonsten bleibt alles ruhig. Kein Gehupe oder Geschimpfe.

An den Wertstoff-Containern

An den Wertstoff-Containern herrscht Ruhe und Frieden. Ich lade aus, alles lädt aus und alles ist gut. Dann steige ich wieder ins Auto eine, fahre weiter zu einem Wendehammer und dann wieder in das Stadtzentrum zurück. Durch den Verkehrsknoten geht es diesmal ohne Probleme. Stadteinwärts ist meine Orientierung besser.

Aggression an der Bushaltestelle

Ich fahre hinter einem Bus, der dann an einer Haltestelle stoppt. Wie das Busse halt so machen. Die Straße ist unübersichtlich und natürlich halte ich hinter dem Bus, während die Fahrgäste ein- und aussteigen. Dann passiert es: Ein Vollidiot überholt mich und den Bus mit hoher Geschwindigkeit. Ich hatte das überhaupt nicht erwartet und krieg Adrenalin. Er nimmt es in Kauf, Leute zu rammen. Was für ein Idiot. Ich kotze nur noch. Solche Leute sind eine Gefahr, die gehören aus dem Verkehr gezogen. Aus dem Straßenverkehr, und zwar dauerhaft.

Rückgabe

Mit einem Scheißgefühl gebe ich das Auto zurück. Nein, der Parkplatz ist nicht zugeparkt. Aber die Sache an der Bushaltestelle geht mir nach. Ich HASSE solche Typen. Ich bin höflich gewesen, und der Aggressor nimmt das zum Anlass seiner gefährlichen Aktion. Damit trifft er auch mich. Es mag ja sein, dass 99 von 100 Autofahrern rücksichtsvoll sind, aber ein Vollidiot lang halt, um eine Katastrophe auszulösen.
Nächstes Mal leihe ich ein Lastenrad aus. Und an Haltestellen fahre ich extrem rücksichtsvoll.

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